Panorama von München
Panorama von München

München ist die bayerische Landeshauptstadt des Freistaates. Circa 1,5 Millionen Einwohner leben dort Tat für Tag. München ist die drittgrößte Stadt Deutschlands, nur in Berlin und Hamburg leben noch mehr Menschen. Die Stadt gehört zu den Metropolen der Welt und gilt für viele Menschen als attraktives touristisches Ziel. In München gibt es viele Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zu bestaunen. Unter anderem gehört der Marienplatz inklusive der Mariensäule dazu, der sich mitten im Zentrum der Stadt befindet. Das Neue Rathaus begeistert mit dem Glockenspiel, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist.

Berg am Laim – Standort der alten Theaterfabrik

Berg am Laim, der Standort der alten Theaterfabrik, wurde 1992 neugegliedert und ist seit dieser Zeit der Stadtbezirk mit den wenigsten Einwohnern Münchens. Der Stadtbezirk 14 hat übrigens nichts mit dem Stadtbezirk Laim zu tun, das etwa zehn Kilometer entfernt liegt. Im Westen des Stadtbezirks ist das Gebiet gelegen, in dem sich früher die Optimol- und Pfanniwerke befanden. Von 1996 bis 2003 der Kunstpark Ost und von 2003 bis 2016 die Kultfabrik sowie von 2003 bis 2018 das Clubgebiet Optimolwerke bildeten eines der größten Partygebiete in ganz Europa. Dort feierten an den Wochenenden immer viele 1.000 Partygänger. Dort befanden sich über 30 Bars und Diskotheken und zahlreiche Handwerksbetriebe oder Künstlerateliers.

Das Gebiet wurde circa 20 Jahre zwischengenutzt. Anschließend wurde seit 2010 geplant, dort neue Wohnungen und Bürogebäude, aber auch Sport-, Kunst- und Gastronomieangebote sowie ein Konzerthaus zu bauen. Das Gebiet soll als Werksviertel bezeichnet werden.

Erste Informationen zur alten Theaterfabrik

Die alte Theaterfabrik befand sich in Berg am Laim in München und war ein Veranstaltungslokal. Ursprünglich war die Theaterfabrik eine Backsteinhalle in Unterföhring, die einfach zur Veranstaltungsräumlichkeit umfunktioniert wurde. Spezielle Bekanntheit errang die alte Theaterfabrik in der Independent-Szene der 80er Jahre, da die dortigen Veranstaltungen auch über die Grenzen des Freistaates bekannt waren.

In ihren Anfängen befand sich die Theaterfabrik im Osten der S-Bahn-Station von Unterföhring im Nordosten von München. Der Backsteinbau, in dem die Theaterfabrik fortan bestehen sollte, war nicht mehr in den besten Jahren und war auf einem alten Firmengelände angesiedelt. Der Nachfolger der ersten Theaterfabrik wurde zu den früheren Optimolwerken verlagert, wo ehemals Schmieröl hergestellt wurde.

Die ersten Jahre der Theaterfabrik von 1983 bis 1992

Dem Gastronom Wolfgang Nöth aus München hat sich erschlossen, dass der Stadt eine Konzerthalle fehlte. Zu dieser Zeit wurden die Sperrstunden in München noch sehr ernst genommen. Zusammen mit Herbert Frey erwarb er die ungenutzte Halle im Stadtteil Unterföhring und kümmerte sich auch um die notwendige Veranstaltungstechnik. Etwa 1.000 Besucher fanden in der Halle Platz. Es stellten sich schnell Erfolge ein. Dies nutzte Nöth dazu, als Hallen-Mogul bekanntzuwerden. 1992 wurde die Theaterfabrik an diesem Ort geschlossen, die Halle wurde abgerissen.

Konzerte in der alten Theaterfabrik

Berühmtheit erlangte die Theaterfabrik aufgrund der vielen Konzerte, die von prominenten Musikern veranstaltet wurden. Dazu gehörten Blondie, die Red Hot Chili Peppers, The Damned, The Kinks, Ben E. King, Carl Perkins, Heinz Rudolf Kunze, The Jesuns and Mary Chain, Bad Religion, Roy Buchanan, Toy Dolls, Beastie Boys, Dan Reed Network, Einstürzende Neubauten, Antonio Victorino de Almeida, Erika Pluhar und Peter Marinoff als Trio und Wanda Jackson. Bekannt wurde die Theaterfabrik auch für ihre Jazz-Veranstaltungen. Auch Konzertaufnahmen wurden in der Theaterfabrik durchgeführt wie 1987 das Album von Ginger Baker No Material oder Teile des Albums Boogie woogie live von Axel Zwingenberger. Zwei Jahre später wurde auch ein Doppelalbum von Melissa Etheridge live aufgenommen.

Die disco orange in der Theaterfabrik

Freitags wurde in der Theaterfabrik die „disco orange“ von Jürgen Birr veranstaltet, der auch als Anurakta bekannt war. Er war der Initiator des Theatron-Festivals. Außerdem betrieb er den Club Pulverturm, der sich auf dem Gelände des alten Alabama-Depots bekannt. Auch ihn kannte man über die regionalen Grenzen hinaus. Darüber hinaus stärkte die disco orange der Theaterfabrik finanziell den Rücken.

Geboren wurde die Idee, eine Disco-Veranstaltungsreihe ins Leben zu rufen schon 1981, nämlich während des Bhagwan’s Bavarian Buddhafield. Zu diesem Anlass trafen sich etwa 1.500 Sannyasin-Jünger aus Pune, um sich ein Konzert in Gut Eicherloh anzuschauen, das zwei Tage andauerte.

Es war für die Disco-Veranstaltungen typisch, dass immer wieder dieselben Lieder in identischer Reihenfolge über einen längeren Zeitraum gespielt wurden. Zu diesen Liedern gehörten Our Darkness von Anne Clark, Rag Doll von Aerosmith, Bobby Brown von Frank Zappa, Mystify von INXS, Goldener Reiter von Joachim Witt, Dream a little Dream of me von The Mamas and the Papas, Like the Way I do von Melissa Etheridge, Don t you forget about me von den Simple Minds sowie Why did you do it von Stretch in der Maxi-Version. Da er so großen Erfolg hatte, ließ sich der Veranstalter zwischen Februar 1995 und März 1996 den Namen schützen.

International Rock ’n‘ Roll beziehungsweise Rockabilly Meeting

1985 wurde in der Theaterfabrik zum ersten Mal das International Rock ’n‘ Roll beziehungsweise Rockabilly Meeting durchgeführt. Dort trafen sich internationale Bands der Szene. Auch dieses Treffen war sehr bekannt und wurde einmal im Jahr wiederholt. Es zählte für viele Jahre als größter Szenentreff in Europa. Nachdem die Theaterfabrik geschlossen wurde, wurde das Meeting ab 1993 im Kulturzentrum Riem abgehalten, das ebenfalls Nöth gehörte. Von 1994 bis 2004 wurde es in der Alabama-Halle abgehalten, die sich in der alten Funkkaserne Münchens befand, später dann im Theaterzelt Das Schloss. Bis 2004 trafen sich die Fans dort 19-mal.

Das Blues-Festival in der Theaterfabrik

Einmal pro Jahr wurde auch das Blues-Festival in der Theaterfabrik gefeiert.

Die Schwarze Weihnacht

Sehr bekannt war auch die Schwarze Weihnacht, die 1985 zelebriert wurde. Dabei handelte es sich um eine Gegenveranstaltung zu den üblichen Veranstaltungen an Heiligabend. Bei der Schwarzen Weihnacht gab es zum Teil auch blutige Darstellungen und Konzerte für die Independent-Fans.

Die Theaterfabrik seit dem Jahr 2009

2009 legte Wolfgang Nöth gemeinsam mit Mathias Scheffel den Grundstein für die neue Theaterfabrik auf dem Gebiet der Optimolwerke, das die beiden zusammen im selben Jahr gepachtet hatten. Die Halle wurde vollständig saniert und modernisiert, damit sie auf dem aktuellsten Stand bezüglich Licht- und Soundtechnik war. Dort wurden nicht nur Konzerte von internationalen Stars unterschiedlicher Musikrichtungen gegeben, sondern auch DJ-Partys abgehalten. Aufgelegt hat dort zum Beispiel Enrico Ostendorf. Je nach Veranstaltung passen etwa 500 bis 1.000 Personen in die Halle und den Club. Karnevalsveranstaltungen fanden dort ebenfalls regelmäßig statt.

Die Gegenwart der neuen Theaterfabrik

Ob und wie es mit der neuen Theaterfabrik weitergeht, ist seit 2018 noch unklar. Bis dahin wurden den Besuchern dort eine abwechslungsreiche Mischung an Konzerten geboten. In den letzten Monaten des Jahres 2018 fanden dort allerdings viele Konzerte dort nicht mehr statt und wurden verlegt. Dir En Grey, eine Band aus Japan, trat deshalb im Technikum auf.

Die Alternativ-Rockband Kodaline aus Irland durften auch nicht mehr in der neuen Theaterfabrik auftreten, sondern mussten auf das Backstage ausweichen. Auch die anderen Konzerte mussten auf andere Locations verlegt werden, obwohl sie teilweise schon ausverkauft waren.

Doch warum ist es in den Hallen der neuen Theaterfabrik erst einmal still geworden? Die Frage lässt sich ganz profan beantworten, denn es fehlt noch die Baugenehmigung. Solange diese nicht vorhanden ist, dürfen keine Veranstaltungen durchgeführt werden, so schreibt es das Kreisverwaltungsreferat vor. Trotzdem wurden schon einige Konzerte in der neuen Theaterfabrik abgehalten. Das war Grund genug für viele Anwohner, sich beim Bezirksausschuss zu beschweren.

Eine Baugenehmigung ist für die neue Theaterfabrik zwingend erforderlich

Für die durchgeführten Veranstaltungen hatte die Theaterfabrik jeweils Einzelgenehmigungen erhalten. Doch das hatte ein Ende und war auch vom Bezirksausschuss so gewollt. Nur in Ausnahmefällen gibt es Einzelgenehmigungen. Auf Dauer muss aber eine Baugenehmigung her, wenn dort weiterhin Veranstaltungen durchgeführt werden sollen. Ein Bauantrag wurde von Wolfgang Nöth für die neue Theaterfabrik auch schon gestellt, doch dieser wird zurzeit noch geprüft.

Bei einer Veranstaltung im September 2018 erfolgten Lärmmessungen, dessen Gutachten in Kooperation mit einer anderen Institution geprüft wird. Es gibt jedoch noch offene Fragen, sodass es noch eine Weile dauern könnte, bis die neue Theaterfabrik in München ihre Pforten wieder öffnet.

Noch ungewiss, wann die Theaterfabrik wieder Konzerte veranstalten darf

Einzelgenehmigungen wird es für die neue Theaterfabrik nicht mehr geben. Es muss eine definitive Entscheidung geben, ob es für weitere Konzerte und Veranstaltungen eine grundsätzliche Genehmigung geben wird. Der Veranstalter hat zu diesem Zweck auch einen Info-Abend für die Anwohner geplant, um diese über sein Projekt zu informieren.

Die neue Theaterfabrik in Unterföhring

Unterföhring gehört zum Landkreis München und befindet sich im Nordosten von München. Die Gemeinde gehört zu den wichtigsten Medienstandorten in Deutschland. Im Juni 2008 erhielt der Kreisverkehr, der sich vor dem S-Bahnhof in Unterföhring befindet, ein Kunstobjekt von der Künstlerin Melanie Stiehl. Sie gewann den Wettbewerb Kunst und Bauen S-Bahn Unterföhring, den die Gemeinde veranstaltet hat und erhielt eine Prämie von 100.000 Euro.

Die katholische Kirche St. Valentin im Barockstil ist denkmalgeschützt. Das Bauwerk gilt in Oberbayern als beispielhaft und ist eins der wichtigsten im gesamten Landkreis. Es wurden dort bereits verschiedene Renovierungen durchgeführt, die dafür gesorgt haben, dass das wunderbare Bauwerk wieder schön anzusehen ist. Die damalige elektronische Orgel wurde durch eine passende Pfeifenorgel ausgetauscht und beendete damit die Restaurierung der Kirche, nach der umfangreichen Sanierung der Empore und dem Austausch der elektrischen Leitungen.

Feringer Sach ist ein Heimatmuseum in Unterföhring und stellt in seinen Räumlichkeiten die Entwicklung des Ortes im Laufe der Zeit aus. In diesem Zuge gibt es immer wieder neue Ausstellungen.

Baudenkmäler in Unterföhring

In Unterföhring gibt es noch zahlreiche Baudenkmäler, die von Bedeutung sind. Zum Beispiel das ehemalige Bahnbedienstetenhaus, das auch als Zindlerhaus bekannt ist. Dabei handelt es sich um einen zweigeschossigen, neoklassizistischen Bau, der zwischen 1920 und 1925 errichtet wurde.

Darüber hinaus gibt es auch ein ehemaliges Wohnhaus, in dem Arbeiter lebten und von der Firma Philipp Holzmann im Jahr 1926 als verputzter und zweigeschossiger Krüppelwalmdachbau errichtet wurde.

Eine Basispyramide von 1801 gehört auch zu den Baudenkmälern der Gemeinde Unterföhring. Ebenso wie der Wohnteil des alten Bauernhauses Oberzehetmayr. Er ist zweigeschossig und ist mit Putzbandgliederungen und Greddach ausgestattet. Erbaut wurde es 1843.

Darüber hinaus gibt es ein Kriegerdenkmal, das an den Deutsch-Französischen Krieg in den Jahren 1870 bis 1871 erinnern soll. Es zeigt sich in Form eines Pfeilers, der sich auf einem hohen Postament befindet und aus Gussstein gefertigt ist. Ein Löwe aus Bronze ziert das Denkmal ebenfalls, das 1900 erbaut wurde.

Zu den Baudenkmälern von Unterföhring zählt auch eine Villa, die jetzt als Pfarrhaus genutzt wird. Der Walmdachbau ist zweigeschossig und mit einem Erkerturm, Giebelrisalit, Neurenaissance-Putzgliederungen und eingezogener Loggia ausgestattet ist. Er stammt aus dem Jahr 1901.

Die katholische Pfarrkirche St. Valentin im Barockstil ist ein Saalbau, dessen Apsis nur leicht eingezogen ist. Außerdem gehören eine Sakristei und ein Westturm inklusive Zwiebelhaube dazu. Dominikus Glasl hat die Kirche zwischen 1712 und 1718 errichtet.

Die Liste der Baudenkmäler in Unterföhring wird von der Friedhofsmauer des älteren Friedhofteils erweitert, der Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde.

Die Leichenhalle ist ein Satteldachbau, der über Rundbogenfenster und eine offene Vorhalle verfügt. Sie wurde um 1850 herum gebaut und 1883 nochmals geändert.

Der alte Einfirsthof oder auch Beim Fuchs ist ein Satteldachbau mit zwei Geschossen, einem Zwerchhaus und Halbgeschoss. Er besitzt Stuck- und Putzgliederungen im Barockstil. Gusseiserne Balkone und geschnitzte Türen komplettieren das Erscheinungsbild. Das ehemalige Nebengebäude ist ebenfalls zweigeschossig. Der Putzbau mit Zwerchbau, Flachsatteldach und eiserner Hofeinfriedung wurde etwa 1900 erbaut.

Der Wohnteil des alten Einfirsthofes Beim Greindl ist das letzte Baudenkmal in Unterföhring. Außerdem ist der Flachsatteldachbau zweigeschossig und besitzt eine Lisenengliederung, ein Halbgeschoss und eine geschnitzte Haustür. Gebaut wurde das Gebäude 1900.